Wohnmobil- und Motorrad-Reiseblog

Autor: Günter Rodenkirchen (Seite 1 von 7)

Der erste Urlaub steht an

Nach unserem ersten Ausflug und den letzten Arbeiten am Movano, sind wir gut für den ersten Urlaub gerüstet. Nun beginnen die „ganz normalen“ Vorbereitungen. Alles noch mal absaugen, Kühlschrank und Kochstelle putzen. Checkliste Standard abarbeiten und einen (digitalen) Zettel mit Allem, was einem so zwischendurch einfällt.

Im Laufe der letzten Woche vor dem Urlaub sammelt sich allerlei Zeugs auf unserem Esstisch an, was dann so nach und nach in den Bus gebracht wird. Zum Schluss dann noch die Klamotten, die Bettwäsche und die Plünderung des Kühlschrankes. Ach ja und der Müll muss noch runter, es soll in den kommenden Wochen ja kein Biotop gezüchtet werden.

Keine Checkliste

Natürlich haben wir eine Checkliste, aber ich werde euch nicht mit der 573stigsten Exceltabelle beglücken. Aber mit Tipps wie man eine solche am besten aufbaut. Eigentlich ist das aber ganz einfach, man nehme Papier und Stift und gehe im Geiste immer wieder durch den Bus, dabei fallen einem immer wieder Sachen ein, die dann einfach aufgeschrieben werden. Wichtig ist natürlich auch während der Reise immer wieder alles aufschreiben, was einem so auffällt. Da ich persönlich nie weiß wo ich den Zettel hinlegen soll, habe ich mir in meinem Handy einen Platz geschaffen, an dem ich mir das alles notiere. Manchmal mache ich auch einfach nur Fotos, die mich dann später daran erinnern.

Reiseplanung

Während Miriam das ganze Jahr über immer irgendwelche Reiseführer ließt, bin ich derjenige, der sich gerne treiben lässt. Zwar schon ein festes Gebiet als Ziel hat, sich aber nicht mit den Details beschäftigen kann. so ergänzen wir beide uns extrem gut. „Ich sitze vorne links und Sie sagt wohin ich fahren soll!“

Wir hatten uns letztes Jahr, vor der Entscheidung unseren eigenen Bus auszubauen schon für die Cevennen entschieden. Dieser Landstrich liegt im südöstlichste Teil des französischen Zentralmassivs, Departement Languedoc-Roussillon, Wilde Landschaften, Berge Schluchten und Straßen wie „Krampfadern“ (?!)

Aber leider macht uns Corona einen „Strich durch die Rechnung“, denn heute, zwei Tage vor der Abfahrt erweitert das Auswärtige Amt die Reisewarnung um genau das Gebiet Okzitanien. Die Cote d‘ Azur ist ja schon eine Weile mit einer Reisewarnung versehen.

Zum Glück sind wir ja flexibel und deshalb haben wir uns kurz entschlossen für Italien entscheiden. Wir werden von uns aus (Nähe Rosenheim) über Kufstein, Kitzbühl, Mittersill, Lienz zu den Drei Zinnen in den Dolomiten fahren. Dort erstmal ein paar schöne Spätsommertage verbringen, ein paar Pässe mit dem Moped abfahren und die eine oder andere Wanderung machen. Danach geht es dann weiter Richtung Süden, vorbei an Padua, über das Po-Delta Richtung Ancona und weiter in die Abruzzen. Dort waren wir vor zwei Jahren schon mal, damals hat das Wetter nicht mitgespielt und wir mussten nach vier Tagen Richtung Westen „flüchten“. Vielleicht klappt es ja dieses Mal, also seid gespannt auf unsere Reiseberichte.

Einbruchsicherung

Wir haben uns lange Zeit keine Gedanken zum Thema Einbruchsicherung gemacht. In 15 Jahren Camping mit dem Transit, hatte wir nicht eine Situation, in der wir auch nur eine Andeutung eines Einbruchs hatten. Und wir haben regelmäßig auf Autobahn-Rastplätzen gehalten und den Wagen alleine gelassen. Oder auf Stadtparkplätzen und dann einen Rundgang gemacht. Vielleicht hatten wir bisher einfach nur Glück. Vielleicht war der Transit auch nicht attraktiv genug, einen Einbruch zu versuchen.

Da wir unser Glück nicht herausfordern wollen und wir jetzt vielleicht mehr Augenmerk auf uns lenken, haben wir uns mit dem Thema beschäftigt. Eine Alarmanlage einzubauen scheint uns trotzdem einen zu großen Aufwand. Allerdings wollen wir unsere Türen so sichern, dass der Zeitaufwand für den Einbrecher zu groß wird.

Lenkradschloss

Die Funktion kann ich gar nicht erklären, ich zeig euch einfach das Bild, das erklärt es auf jeden Fall.

Gekauft bei Obelink, nennt sich Pro Plus Lenkradschloss

Schiebetür

Hier habe ich mich für die einfache Variante entschieden. Es geht ja darum den Einbrecher daran zu hindern die Tür öffnen zu können, auch wenn er es geschafft hat das Schloss zu öffnen. Man kann dazu ein Zusatzschloss kaufen, dass verhindert, dass die Schiebetür aufgeht. Das Schloss muss in das Blech der Tür und den angrenzenden Rahmen montiert werden.

Ich habe mich für ein Diskusschloss an der Schiene entschlossen.

Fahrer- und Beifahrertür

Hier habe ich noch nichts gemacht, werde mich aber auch der einfachen Variante zuwenden und zwischen den Türen eine stabile Kette spannen, und somit den Einbrecher daran hindern, die Türen öffnen zu können.

Seitenfenster

Hier bin ich mir noch nicht sicher, ob und was ich dort mache. Mir gefällt die Idee mit dem Saugnapf, der von innen an der Scheibe montiert wird und somit verhindert, dass die Fenster aufgeklappt werden können. Jedenfalls möchte ich nichts von außen montieren.

Hecktüre

Hier werde ich keine Sicherung anbringen, denn ich komme von innen ja gar nicht an die Türen dran, weil die Rückwand vom Bett das verhindert.

Das führt aber auch dazu, dass ein Einbrecher, der die Hecktüre knack auch maximal in den „Keller“ kommt und nicht weiter. Dort liegt nichts von Wert, mal abgesehen von der Elektrik aber die ist ja hinter eine Wand und die kann er so leicht nicht entfernen.

Rückwand von hinten fertig

So, jetzt habe ich die letzte Großbaustelle endgültig fertig. Die Rückwand war ja schon zur Jungfernfahrt drin, aber an der Außenseite noch nicht verkleidet. Hier hatte ich die Kabel für die Leseleuchten und den USB Anschluss schon verlegt und eine provisorische Befestigung für den Campingtisch angebracht.

Die Befestigung wurde wieder entfernt (wird ersetzt, wenn unserer neuer Campingtisch da ist). Die Verkabelung war auch nur provisorisch und wurde neu verlegt.

Zwischen die Sparren habe ich die restlichen XPS Platten verlegt und dann mit HDF Platten verkleidet.

Rechts sieht man noch die offene Schrankwand. Das muss ich leider später machen und ehrlich gesagt weiß ich auch noch nicht wie, aber da fällt mir schon noch was ein.

Rundgang durch die Küche

ja, ja ich weiß, aber die Küche ist halt mein Lieblingsplatz im Bus und für alle die es interessiert, will ich euch heute mal auf einen Rundgang (Roomtour) durch meine Küche mitnehmen.

Ausstattung

„Reduce to the max!“ hatte ich auch schon mal erwähnt, aber im Bus ist das natürlich wegen Platz und Gewicht wichtig. Praktisch und greifbar muss das „Werkzeug“ zur Verfügung stehen. Ich versuche (und das auch zuhause) alles so anzubringen, dass ich nur eine Hand brauche um es nutzen zu können.

„Werkzeug“

  • Messer groß und scharf
  • Schneebesen
  • Messbecher
  • Abtropfsieb (damit die Nudeln vom Wasser getrennt werden)
  • Zange (zum Wenden von Fleisch, nicht nur auf dem Grill)
  • Holzkochlöffel (3 Stück)
  • Flaschenöffner
  • Reibe (hauptsächlich für Parmesan, aber auch für Obst und Gemüse)
  • Sparschäler (Tupper, best of)

Kochgeschirr

  • Holzbrett groß (ich brauche immer viel Platz)
  • Holzbrettchen mittel (für den Käse)
  • Holzbrettchen klein (fürs Frühstück)
  • Schüsseln (eben nicht nur für die Suppe, auch zur Vorbereitung)
  • Pfanne (Teflon, soll bald durch Stahlpfanne ersetzt werden
  • Tajine (das Teil bekommt einen eigenen Beitrag!)
  • Espressokanne (Edelstahl)
  • FANTAST Fleisch-Thermometer von ikea
  • Wasserkocher
  • Glasschüssel für Salat und sonstiges
  • Kochtöpfe (da haben wir wirklich schon einiges ausprobiert) Dieses Jahr haben wir uns ein Topfset Light 11-tlg. von Fritz Berger gekauft. Jahrelang hatten wir das klassischen Alu-Set, weil es eben praktisch und leicht ist. Aber Alu, das wollten wir nicht mehr mitessen. Danach hatten wir ein Set aus Edelstahl mit abnehmbarem Griff) die Mechanik hatte aber keinen Halt, sobald Fett am Topfrand war und da sich das ja nun nicht vermeiden lässt, wurde das Zeug entfernt. Das Set von Fritz Berger hat auch abnehmbare Griffe, aber mit einer anderen Mechanik und dir hält auch, wenn Fett am Rand ist.
    • Größeren Topf (Nudeln, Kartoffel, Suppe, Bolognese, etc.)
    • Mittleren und kleinerer Topf
    • Pfanne
    • Verschlussdeckel

Essgeschirr

Hier eigentlich nur klassisches, Flache Teller und Schüsseln (oben schon erwähnt). Unmengen Tassen und Gläser.

Essbesteck

Gabeln, Löffel, Messer (Wellenschliff), kleine Löffel

Vorratsbehälter

Jede Menge Plastikbehälter mit Deckel in verschiedenen Größen. Für unsere Brotzeit die wir mitnehmen, wenn wir Tagesausflüge mit dem Moped machen. Aber auch um Reste im Kühlschrank aufzubewahren. Im nächsten Urlaub werden wir mal Gläser mit Schraubdeckel testen, weil wir versuchen mehr und mehr Kunststoff zu vermeiden.

Trinkwasser

Da wir das Wasser aus den Kanistern generell nicht trinken, sondern nur zum Kochen benutzen, haben wir in der Vergangenheit immer Wasser in Plastikflaschen gekauft. Kein Pfand, leicht und einfach zu entsorgen. Wir sind sicher keine Öko’s aber trotzdem versuchen wir, da wo es möglich ist unseren Beitrag zu leisten. Hier werden im nächsten Urlaub (Mitte September, vier Wochen) mal Glasflaschen versuchen. Fast überall bekommt man gutes Trinkwasser aus dem Wasserhahn und die leeren Flaschen sind Weinflaschen mit Glasstopfen. Die benutzen wir zuhause auch und die sind sehr praktisch. Klar sind die schwerer und Glas kann böse Scherben geben, die man im Bus nicht haben will aber wir werden es versuchen. Für die Mopedtouren haben wir schon seit letztes Jahr eine 800ml Metallflasche von „klean kanteen

Die habe ich auch auf meinen Geschäftsreisen dabei, kann ich nur empfehlen.

Gewürze und Zutaten

Für die Trockengewürze habe ich mir dieses Jahr kleine Metalldosen mit Deckel gekauft, für zuhause und für den Bus. Damit bin ich sehr zufrieden. Vor allem sind die Licht undurchlässig, das ist gut für die Gewürze. Handmühle für Pfeffer und grobes Salz.

  • Curry
  • Curcuma
  • Kreuzkümmel
  • Kümmel ganz
  • Paprika
  • Chilliflocken
  • Oregano
  • Zimt

Vorrat (haltbar

  • Rote Linsen
  • Kichererbsen
  • couscous
  • Hirse
  • Bulgur
  • Vollkorn-Reis Basmati
  • Carnaroli-Reis (für Risotto)

Kaufe ich übrigens alles bei Reishunger, weil es dort auch 1 kg Vorratspackungen gibt, kann ich nur empfehlen.

Risotto mit Fischfilet

Wir lieben Risotto und wir lieben Fisch. Wann immer wir die Gelegenheit haben frischen Fisch zu kaufen, tun wir das. Man muss in Italien und Frankreich nach Fischgeschäften immer in den Hafenstädten suchen. Ein gutes Zeichen sind Fischkutter in den Häfen. Meist sind die Geschäfte versteckt und sie haben auch nicht immer zu den normalen Geschäftszeiten geöffnet. Es sind i.d.R. kleine Läden und sie werden viel von Einheimischen genutzt, was ja immer ein gutes Zeichen ist. Wir haben auch schon Fisch direkt vom Kutter gekauft, da muss man aber wissen wann und wo die anlanden. Bisher war das immer Zufall.

In Frankreich kann man Fisch auch immer sehr gut in den Supermärkten kaufen, die meist eine sehr üppige Auslage an See- und Meeresfrüchte haben. Auch hier muss man wissen, dass die nicht jeden Tag Fisch anbieten. Wir versuchen aber auch dort möglichst regionalen Fisch zu kaufen.

Das lustigste „Fischerlebnis“ hatten wir auf einem Campingplatz am Bolsena See. Wir hatten vorher schon gelesen, dass es in diesem See eine spezielle Sorte Süsswasser Barsch gibt, der sehr schmackhaft sein soll. Jedenfalls sahen wir, wie eine Gruppe Männer aus der Schweiz an den Spülbecken Fisch in größeren Mengen wuschen. Da wir von Natur aus neugierig waren, haben wir sie gefragt, wo man den Fisch bekommen könne. Die Antwort war simpel: Selber fangen! Die Männer fuhren bewusst an den Bolsena See auf diesen Campingplatz um tagsüber ihrem Hobby nach gehen zu können. „Wenn ihr wollten, dann fangen wir euch morgen ein paar Fische mit!“ Das haben wir dann dankend angenommen. Und tatsächlich bekamen wir am nächsten Tag vier Barsche mittlerer Größe (etwa das Volumen einer Forelle). Wir haben und dann mit zwei Flaschen Rotwein bedankt, da sie natürlich kein Geld annehmen wollten. Der Fisch war köstlich!!!

Das Rezept

Eigentlich ganz einfach, es geht in der Campingküche ja immer darum mit wenigen Töpfen auszukommen und wenn möglich das Gericht in einem Topf auf den Tisch zu bringen (denn auch der Tisch hat ja Grenzen). Also beginnt man mit dem Risotto. Zum Fisch mag ich am liebsten ein Lauch-Risotto.

  • 200gr Carnaroli-Reis (oder eine andere Risotto Reissorte)
  • 2-3 Lauchstangen
  • Olivenöl
  • ca. 1 Liter Fond oder Brühe
  • Salz
  • Pfeffer

Öl in der Pfanne erhitzen und den Reis darin unter ständigem Rühren leicht glasig werden lassen. Dann mit einer Tasse Brühe ablöschen. VORSICHT, wer das noch nicht gemacht hat, muss wissen, dass das kräftig zischt und dampft. Also Topflappen nehmen. Wenn sich die Mischung beruhigt hat mit schwacher Hitze köcheln lassen. Immer wenn der Reis „trocken fällt“ wieder etwas Brühe hinzugeben, sodass er nicht anbrennt aber auch nicht schwimmt.

Das Lauch

Das Grüne an den Lauchstangen im oberen Bereich soweit abschneiden, wie man mag. Ich lasse gerne ordentlich was grünes dran, weil das m.E. einen kräftigen Geschmack gibt. Dann schneide ich die Stangen der Länge nach ein, ich setze also das Messer ca. einen Zentimeter hinter dem Wurzelansatz an, steche durch die Stange und ziehe das Messer komplett bis zum Ende durch. Dann eine viertel Drehung und das gleich noch mal. Damit kann man den Lausch ganz leicht, wie einen Pinsel waschen, weil halt doch immer gut Sand zwischen den Schichten ist und so geht der unter fließendem Wasser am besten ab. Danach dann quer dünne Streichen schneiden und erst mal auf Seite legen.

Wenn die Hälfte der Brühe verbraucht ist. dann gebe ich den klein geschnittenen Lauch dazu und rühre ihn unter den Reis. Das ist jetzt auch die Gelegenheit den Reis zu würzen. Ich nehme nur Salz und schwarzen Pfeffer. Denkt daran, dass eure Brühe oder euer Fond evtl. schon gesalzen ist!

Und weiter immer wieder etwas Brühe dazu geben. Wenn dreiviertel der Brühe verbraucht ist, könnt ihr den Reis immer wieder mal auf seine Bissfestigkeit probieren. Wir mögen ihn gerne al dente wer es mehr weich mag, der lässt den Reis halt länger kochen.

Das Fischfilet muss noch dazu

Kurz bevor der Reis den richtigen Biss hat, lege ich das Fischfilet einfach auf den Reis und lasse die einfach auf dem Reis garen. Bei gedünstetem Fisch ist es recht einfach zu sehen, wann er gar ist. Dann treten nämlich oben drauf kleine runde weiße Flecken auf, das ist das geronnene Eiweiß aus dem Fisch. Wenn das regelmäßig verteilt auf dem Filet der Fall ist, ist der Fisch gar. Auch kann man selber bestimmen, wie man es mag, nach Bedarf einfach länger köcheln lassen. Nur Achtung, ihr müsst dann auch immer für genügend Flüssigkeit sorgen, damit der Reis nicht anbrennt. Da kann man später auch klares Wasser nehmen und zwischen den Filets dazu gießen. Wenn man das Gericht regelmäßig kocht, bekommt man mit der Zeit ein Gefühl für das Verhältnis Reis, Wasser und Zeit.

Ja nach Fischart kann man den Fisch auch zum Schluss noch vorsichtig unterheben. Nur wenn das Filet sehr zart ist, dann wird das Ganze schnell zu einem einheitlichen Brei, das ändert zwar nichts am Geschmack, sieht aber vielleicht nicht so appetitlich aus.

Natürlich gibt es einen Weißwein oder auch einen Rosé dazu. obwohl wir Parmesan lieben, wird er bei diesem Gericht nicht serviert.

Bon appétit

Hackbällchen Sardellen Kapern Tomaten

Miriam hat das Gericht mal bei einer Freundin auf Sardinien gegessen und sich „damals“ das Rezept geben lassen. Leider hat sie das Rezept nicht mehr, konnte sich aber noch an die Zutaten und grob daran erinnern, wie das Gericht fertig aussah.

Also habe ich mich an die Arbeit gemacht und auf unserer Premiere-Fahrt Samstag-Abend versucht das Gericht zu kochen. Leider habe ich keine Fotos gemacht, daher versuche ich hier jetzt nieder zuschreiben, was ich gemacht habe. Ich darf vorweg nehmen, dass sie begeistert war 😉

Zutaten

1 Glas Sardellen
1 Glas Kapern
1 Glas Tomatensoße (ungewürzt)
500 gr Hackfleisch
trockenes Brötchen oder Weißbrot
zwei große Zwiebeln
3 spitze Paprika
Salz
Pfeffer
Curcuma
Curry
Paprikapulver
Chilliflocken
2 Eier

Hackbällchen

Brötchen/Weißbrot in etwas Wasser einweichen. Sardellen in Stücke schneiden und beiseite stellen.

Hackfleisch, Eier, das ausgedrückte Brötchen, die Hälfte der Kapern und die Hälfte der Sardellen, die Eier, Gewürze in eine Schüssel geben und so gut verrühren, dass eine Art Teig ensteht.

Danach kleine Bällchen, mit ca. 3cm Durchmesser formen und in eine Pfanne mit Olivenöl geben und wie Frikadellen (Fleischpflanzerl) anbraten. Die müssen nicht durchgegart werden, da sie später noch in der Soße köcheln werden.

Gemüse und Soße bereiten

Während die Hackbällchen braten, kann die Soße vorbereitet werden.

Dazu werden die Zwiebeln geschält und grob gehackt. Die Paprika habe ich in schmale Streifen geschnitten. In einem Topf wieder Öl erhitzen und die Zwiebeln mit dem Paprika andünsten, wenn die Zwiebeln glasrig sind, dann die restlichen Kapern und Sardellen dazu und noch etwas mit dünsten. Pfeffer Salz und noch ein paar Gewürze insbesondere die Chilliflocken dazu und umrühren.

Nun kommt die Tomatensoße dazu und je nach Konsistenz noch etwas Wasser. Natürlich könnte man auch frische, in Würfel geschnittene Tomaten nehmen. Jedenfalls sollte das jetzt alles etwas köcheln, am besten mit Deckel.

Sobald die Hackbällchen das richtige Aussehen haben (außen nicht allzu dunkel aber trotzdem fest) kommen diese in die Soße und können da noch bis die Spaghetti fertig sind köcheln.

Guten Appetit!

Thermomatten für Front- und Seitenscheiben

Wir gehören nicht zu den Campern, die zuerst die Frontscheiben dicht machen, wenn sie ihren Platz bezogen haben, ab er da wir ja im Fahrerhaus unsere Ess- und Lese-Ecke für Schlechtwetterzeiten haben, muss da auch was in Sachen Dämmung gemacht werden. Natürlich für kalte und heiße Tage, etwas, das die Kälte draußen hält und die Sonne davon abhält den Bus aufzuheizen. Abgesehen davon braucht manchmal auch einen Sichtschutz für die Nacht.

Die silbernen Matten mit Saugnäpfen haben uns noch nie gefallen, es sollte schon was aus Stoff sein. Irgendwann bin ich bei den unzähligen Internet-Recherchen auf Projekt-Camper gestoßen. Nachdem ich dann deren Webseite studiert hatte, war klar, das ist genau das Richtige für uns. Ein kleines Unternehmen, dass aus den eigenen Erfahrungen heraus eine Idee hat und sie umsetzt. Fair und nachhaltig, soweit sowas möglich ist, hat uns auch gleich gefallen.

„There’s always room for improvment!“

Es gibt nur eine Kleinigkeit bei der Befestigung an der Frontscheibe, zwischen den Sonnenblenden, aber ansonsten wirklich sehr gut!

Campingstühle verstauen

Insbesondere Campingstühle und Beinauflagen machen beim Verstauen im Bus immer Probleme, egal wie groß das Teil ist und egal wie viel Platz man hat. Die Dinge sind sperrig und immer im Weg.

Zuerst dachte ich, das ich eine Hängevorrichtung unters Bett baue, damit die Teile nicht auf dem Kellerboden im Weg liegen. Das habe ich dann verworfen, weil die Teile sich ja so schlecht schieben lassen. Ich also irgendwas basteln müssen, mit dem man dann die ganze Mechanik über Rollen nach oben unter das Lattenrost zieht.

Irgendwann kam ich auf einen Gedanken, mal wieder angeregt von einem anderen Bus-Camper, der sein Werkzeug in die Hecktüren verbaut hatte, warum nicht die Campingstühle an den Hecktüren (natürlich innen) zu montieren.

Obwohl wir die Berger Klappsessel Luxus XL grau von Fritz Berger haben, passen die genau in die Türen.

Oben habe ich jeweils zwei Haken angeschraubt und unten gibt es an beiden Türen „natürliche“ Befestigungen. Mit dem orangenen Band wird der Stuhl hochgezogen und gehalten, mit dem blauen an die Tür angedrückt.

Premiere!

Letztes Wochenende haben wir unsere Premiere mit dem neuen Campingbus gefeiert! Wir konnten ein langes Wochenende auf einem sehr schön gelegenen Campingplatz am Bayerischen Wald verbringen.

Eingeräumt

Mit dem Einräumen beginnt der Urlaub. Dann weiß man, bald geht’s los. So haben wir am Freitagnachmittag auch damit begonnen unseren Bus mit Leben zu füllen. Alt-bewerte Checklisten abarbeiten! Aber eigentlich fängt das schon am Vorabend an, wir beginnen damit, alles was auch dem Haushalt mitgenommen werden soll, wird auf den Esstisch gestellt. Die Kleidung, wenn auch keine großen Mengen für ein Wochenende, wird auf dem Sofa ausgebreitet, dann hat man den besseren Überblick. Am Morgen der Abreise kommt dann noch die Bettwäsche dazu. Kurz vor der Abreise wird dann alles im Bus verstaut. Das letzte ist dann der Inhalt des Kühlschrankes, der natürlich schon seit dem Morgen eingeschaltet ist.

Gewicht, Gewicht, Gewicht

Vor der Abfahrt geht es noch mal kurz auf die Waage, 3.440 kg. Das ist doch etwas mehr als ich dachte, erstaunlich, was das „Kleinzeug“ doch ausmacht. Da bleiben nur noch 60 kg, mir geht während der Fahrt durch den Kopf, was denn noch fehlt, wenn wir in den „großen Urlaub“ fahren. Eigentlich nicht viel, noch ca. 16 kg Motorradklamotten, die Füllung der zweiten Gasflasche, also 5 kg und die Anhängerstützlast, die ich immer noch nicht gemessen habe. Sollte aber nicht viel mehr als 30 kg haben. Könnte also klappen.

Allerdings habe ich noch einen Joker für den großen Urlaub, denn ich kann auf dem Anhänger zwei Alu-Kästen montieren. Die waren früher notwendig, da in unserem Transit nicht genügen Platz für alles war. Hier kann ich natürlich einiges auslagern, ohne die Stützlast merklich zu erhöhen, das ist nur eine Frage der Verteilung auf dem Anhänger.

Los geht die erste Fahrt

Wir nutzen unser Motorrad-Navisystem, calimoto auf meinem smartphone. Das lässt sich besser bedienen, als das eingebaute Navi im Fahrzeug. Außerdem komme ich mit der Bedienung besser zurecht und es lässt sich bei starkem Sonnenlicht viel besser ablesen. Ich habe es mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe befestigt, dabei kann ich die selber Halterung benutzen, die ich auch am Motorrad zur Befestigung benutze.

Wir haben uns entschieden, dass wir erstmal „über Land“ fahren, weil am Freitag Nachmittag ist rund um München immer sehr viel Pendler-Verkehr und außerdem ist noch Urlaubszeit. Also schlagen wir uns „ins Gebüsch“ und fahren Richtung Nord Osten in Richtung Niederbayern erstmal bis Dingolfing.

Immer wieder erstaunlich, wie schön dieser Landstrich ist. Wenig befahrene Straßen, sanfte hügelige Landschaft und natürlich sehr landwirtschaftlich geprägt. Überall wird das Getreide geerntet und damit sich Mähdrescher und voll Trecker mit voll beladenden Anhängern das einzige Hindernis auf den Straßen. Gemütlich fahren wir mit 70 bis 90 km/h durch die Gegend und genießen die Fahrt. Der erste Tag einer Reise, egal ob Wochenende oder vier Wochen Urlaub, ist immer der schönste.

Mir gibt es die Gelegenheit das Fahrverhalten des Wagens zu „studieren“. Wie verhält er sich in den Kurven, wie oft muss ich in den sechs Gängen „rühren“ um die optimale Drehzahl zu bekommen. Knapp 3,5 Tonnen bewegen sich anders als ein Pkw, selbst unser Transit kam gerade mal auf 2 Tonnen. Der neue Campingbus schiebt mehr in die Kurven und den Berg runter. Ich merke auch den Nachlauf, der bei knapp sieben Meter Länge auch um einiges höher ist, als ich es gewöhnt bin.

Aber er fährt sich gut, er schaukelt nicht, er beschleunigt ausreichend und hat mit den 163 PS auch genügend Kraft die Anhöhen „zu erklimmen“. Zwar muss man dazu manchmal in den vierten Gang runterschalten aber das ist m.E. vollkommen ok. Es macht mir Spaß den Wagen zu fahren, wir sind uns dieses Wochenende „ein Stück näher gekommen“!

Ab Dingolfing haben wir die letzten Kilometer dann auch die Autobahn gewechselt, da hier die Landschaft eher langweilig ist und sehr stark mit Industrie durchzogen, sowie auch den Freitag-Feierabend Verkehr immer deutlicher zu spüren ist.

Ziel erreicht

Mit der Autobahn geht es über die Donau und danach Richtung Offenberg. Die Abfahrt Metten ist gesperrt, daher müssen wir eine Abfahrt später nehmen, können dadurch aber noch ein Stück Landschaft auf Nebenstraßen genießen. Wir erreichen den Bauernhof-Campingplatz über eine kleine, recht steile Straße und stellen unseren Bus auf dem Hof ab. Alles ist gut ausgeschrieben, in einem kleinen Anbau links befindet sich die Anmeldung. Der Schreibtisch ist leer, aber es gibt eine Klingel und der Inhaber lässt nicht lange auf sich warten. Recht unkompliziert nimmt er unseren Wunsch entgegen, mit dem Bus zwei Nächte auf seinem Platz verbringen zu wollen. Interessant finde wir die Methode der Datenerfassung, er bittet mich auf der Tastatur, die auf der Theke liegt meine Kontaktdaten selber einzutippen 😉 Das ist für mich, der beruflich Jahrzehnte lang eine Tastatur bedient hat kein Problem. Er fragt ob wir gleich zahlen wollen und kassiert 48 Euro ab, das ist völlig ok.

Miriam hatte zwei Wochen vor unserem Wochenende schon versucht einen Platz an einem der kleinen Seen in dieser Gegend zu bekommen, völlig ausgeschlossen und schon gar nicht „nur“ für ein Wochenende. Ihren email-Anfrage hier auf dem Kapfelberg wurde freundlich und kurz mit: „Sie können kommen!“ beantwortet. (Mit der Tastatur hat er es wohl nicht so!)

Er gibt uns eine kurz Einweisung auf einem Lageplan und lässt uns unseren Platz selber aussuchen. Wir fahren um das Hauptgebäude herum und sehen den in vier Terrassen angelegten Platz, bei denen die ersten zwei Terrassen einen sehr angenehmen Baumbestand haben, der schönen Schatten verspricht. Immerhin sind über 30 Grad Hitze angesagt. Wir suchen uns auf der zweiten Terrasse einen freien Platz aus und sehen zum ersten Mal die Aussicht. Man blickt von dort oben über die gesamte niederbayerische Ebene. Es heißt, bei Fönlage würde man sogar die Alpen sehen. Wir sehen sie nicht, aber es ist ja auch keine Fönlage und außerdem sehen wir die Alpen ja zuhause vom Balkon aus, passt also!

Sun-Downer

Es hat eine gewisse Tradition, dass wir bei Ankunft am Campingplatz zum späten Nachmittag einen „Sun-Downer“ genießen. Mit dem neuen Bus müssen wir wesentlich weniger räumen bevor das „Camping“ anfängt. Beim Transit war das erstmal Bett freiräumen, Hochstelldach aufklappen, Küchenutensilien einräumen, weil die während der Fahrt verstaut werden mussten und den Falt-Tisch montieren.

Im neuen Bus machen wir die Schiebetür auf, stellen den Tritthocker auf. Dann noch den Klapptisch (mit fester Platte) und die Campingstühle, fertig. In der Zeit hat Miriam schon den Aperol mit Zitrone, Eis und Weißwein angerichtet und Zack, wird es schon gemütlich.

Zwei Stunden später kam dann noch ein spektakulärer Sonnenuntergang dazu.

Das war der perfekte Abschluss unserer Anreise zum ersten Campingurlaub. Im nächsten Beitrag werde ich noch von der kleinen Wanderung am nächsten Tag berichten.

Die letzten „Großbaustellen“

Insgesamt habe ich noch zwei größere Baustellen im Innenausbau, die Rückwand am Bett und die Verkleidung der Decke über der Schiebetür.

Rückwand am Bett

Hatte ja von Anfang an geplant das Bett nach hinten nicht offen zu lassen. Wir haben keine Fenster in den Hecktüren und ich wollte mir die umständliche Verkleidung der Hecktüren mit Filz und Holz, sowie die aufwendige Dämmung ersparen. Die Wahrscheinlichkeit einen Platz zu finden, auf dem man mit dem Heck zum Meer steht und eine ungehinderte Aussicht hat, ist doch sehr gering. Sicher gibt es diese, man sieht ja genügend Bilder und Videos im Internet, aber im Verhältnis zu allen Stell- und Campingplätzen, auf denen das nicht möglich ist (vor allem das einem kein „Strandläufer mit Hund“ am Auto vorbei läuft), schätze ich mal 1:100. Abgesehen davon positionieren wir lieber unsere Campinstühle so nebeneinander, dass wir den Sonnenauf- oder abgang mit einem Glas in der Hand genießen können. Aber, wie meine Schwiegermutter schon immer zu sagen pflegte: „Jeder wie er mag!“

Also wir machen unsere Bett nach hinten zu und haben damit eine bequeme Rückwand zum Anlehnen, für’s gemütliche Lesen.

Dazu habe ich drei Holzlatten (33x33mm) hinten am Brett des Bettes und oben an den Schränken und im Metallrahmen befestigt und von innen die viel besagten Saunabretter angeschraubt.

Die Hauptarbeit haben natürlich wieder die Ecken und Abschlüsse gemacht. Voin hinten betrachtet ist rechts die Schrankwand und auf Grund eines kleinen Berechnungsfehlers, konnte ich die Rückwand nicht über die volle Breite ziehen. So musste ich also die Rückseite der Schrankwand separat verkleiden, was die Sache noch etwas aufwendiger gemacht hat.

Da zwischenzeitlich Lattenrost und Matratze eingebaut waren und das Lattenrost sich nicht mehr entfernen lässt (wurde am Stück von hinten in das Fahrzeug gehoben), musste ich zum Arbeiten die Hälfte der Latten entfernen. Man sieht auf dem ersten Foto rechts und links die schwarzen Kunststoff Stifte.

Auf der rechten Seite der Rückwand sieht man Teile der Kabelkanäle, die ich dort verlegen musste. Bauart-bedingt konnte ich die leider nicht ganz nach unten führen, daher muss ich da später noch eine zusätzliche Verkleidung anbringen.

Am Ende ist es doch noch ganz hübsch geworden. Leselampen sind auch schon montiert.

Zweite Baustelle: Verkleidung über der Schiebetür

Da hatte ich lange Zeit keine Idee, was und wie ich die Verkleidung machen könnte.

Keine Befestigungsmöglichkeit, hinter der Isomatte ist GFK. Darunter das Blech mit der ursprünglichen Beleuchtung. Rechts „kommt“ die Verkleidung von der Schrankwand und ganz vorne wieder so eine blöde Querverstrebung vom Dach.

Ich hatte eine Idee

Zum Glück kam mir vor dem Einschlafen eine Idee, ich bau noch mal eine Hilfskonstruktion aus Holz. Das lässt sich schlecht mit Worten erklären, daher ein paar Bilder.

Das ging dann einfacher als am Anfang gedacht. Passte sogar von der Höhe her genau mit den Brettern über der Schrankwand (rechts oben im Bild. Daher konnte ich die Lücke mit zwei langen Brettern durchgehen und damit auch recht harmonisch schließen. Das Endergebnis gefällt mir.

Die Lücke in der Mitte resultiert aus dem Übergang und wird später noch verkleidet.

Nun fehlte noch der Abschluss von unten, der ging aber auch ganz gut und konnte mit einem Brett verschlossen werden. Vorher hatte ich noch über Dämmmatten eingefügt, damit das auch gut isoliert ist.

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