Warum eigentlich keine Nasszelle?

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum verzichten die auf eine Nasszelle, ist doch heutzutage Standard!

Ein krasses Beispiel ist der neue Transit Nugget, den es jetzt auch in der Langfassung gibt. Das Teil ist einen Meter länger. Einen Meter, den man sinnvoll in der Inneneinrichtung nutzen könnte, z.B. das Fußende des Bettes aus dem Küchenschrank zu nehmen und damit einen zusätzlichen Stauraum zu gewinnen. Was machen die bei Westfalia? Sie bauen in den Küchenraum eine feste Toilette und ein Waschbecken mit Spiegel ein. Das Klo steht mehr oder weniger offen in der Küche. Das Waschbecken (das Teil ist kleiner als mein Salatsieb) ist keine 700 mm vom Küchenbecken entfernt. Ich verstehe das nicht!

Wie so viele Themen, ist das auch eins, an dem sich die Geister scheiden. Klar, in allen Wohnmobilen, die man von der Stange kaufen kann, wird heute eine Nasszelle eingebaut. Bei allen Fahrzeugen unter 5 Meter Länge ist das auch mehr als ein Kompromiss. Ich frage mich schon seit Jahren, was war eigentlich zu erst da? Der Kunde, der das unbedingt haben will oder der Verkäufer, der sagt, dass das heute die Kunden erwarten!

Was mich am meisten nervt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Branche Fahrzeuge mit einer Nasszelle ausstattet und auf Nachfrage, ob es das Teil auch ohne gibt sagen, dass das nicht möglich ist, weil es für Mobile ohne Nasszelle keine Nachfrage gibt. Ich glaub das nicht. Ich glaube eher, dass viele Käufer wenig bis keine Erfahrung mit dem Campen haben und das schön und komfortabel finden, ohne zu wissen, ob das Teil praktisch ist oder nicht.

Fragt man einen Wohnmobilisten, der ein Mobil von der Stange gekauft hat, wie oft er in der Woche duscht, dann erhalte ich immer die Antwort: „Ach eigentlich selten (nie), denn dann ist immer das gesamte Badezimmer nass. Wir gehen dann doch lieber auf dem Campingplatz duschen!“ Andere nutzen die Nasszelle um ihren Neoprenanzug nach dem Surfen aufzuhängen und trocknen zu lassen.

Offroad Camper, die wild am Strand campen oder irgendwo in der Pampa stehen, duschen mit der „Solar-Dusche“ also dem schwarzen Sack, dessen Inhalt sich in der Sonne aufheizt. Oder Sie bauen sich eine Außendusche, die im Heck des Fahrzeuges eingebaut ist. Kann ich noch gut verstehen.

Es ist ja nicht nur der Raumverlust, sondern auch der Einfluss auf das ganze Ausbaukonzept. Wegen der (unbedingt) notwendigen Nasszelle, können praktische Einbauten nicht realisiert werden. Das Teil ist meistens im Weg.

Also um auf meine Eingangsfrage zurückzukommen, warum wir keine Nasszelle einbauen. 80% verbringen wir auf Campingplätzen, die über ordentliche Sanitäranlagen verfügen. Wir können bis zu 4 Tagen ohne duschen existieren, daher sind nicht so gut ausgestattete Stellplätze für uns auch kein Problem. Waschen und Zähneputzen kann ich auch am Spülbecken. Wir können damit auf eine Warmwasseraufbereitung verzichten (ich wüsste nämlich nicht, warum man sonst warmes Wasser bräuchte). Ich muss keine Kompromisse beim Ausbau machen, für einen Raum von 1.200×1.200 mm, den ich nur zu 5% meines Urlaubes nutzen kann.

4 Kommentare

  1. Wolfgang voglmeier

    Unsere Naßzelle ist im Nichtgebrauchszustand 500 x 600 mm klein und wird auch zum Abhängen von nasser Rad- Bergsteig- und Tauchbekleidung (häufig!) genutzt. Die Duschtasse ist 500 x 1100mm groß und dient auch zum Abstellen von Bergschuhen oder anderen dreckigen Sachen. Ohne Naßzelle? niemals. Und : L eins, H zwo, Außenlänge 5m!! Es geht, wenn man sich beim Zeichnen viel Zeit nimmt …und mm spart ;.))

    • Günter Rodenkirchen

      Hallo Wolfgang, vielen Dank für deinen Kommentar. Hatte nie Zweifel, dass es nicht gehen würde. Egal wie lange und genau man plant, Van-Ausbau ist am Ende immer ein Kompromiss. Man muss sich nur entscheiden, was für einen wichtig ist. Hängt sicher auch stark von der Art ab, wie man seinen Urlaub (oder sein Leben) im Van gestaltet.

  2. Jürgen Lang

    Hallo Günter, über das Nasszellen- Problem muss ich doch jetzt tatsächlich noch einmal nachdenken.
    Deine Ausführungen sind wirklich nachvollziehbar . Der Einbau einer Solchen ist nach der Ansicht verschiedenster Ausbau- Videos knifflig, mit enormem Fehlerpotenzial bei Anfängern wie mir.
    Es bereitet mir Freude deine Videos und Baubeschreibungen aufmerksam zu verfolgen.
    Weiterhin gutes Gelingen.
    Gruß aus Hamburg
    Jürgen Lang

    • Günter Rodenkirchen

      Hallo Jürgen, freue mich natürlich, dass dir mein Blog gefällt. Wenn du Fragen oder auch Ideen hast, dann melde dich. Gerne auch per facebook Messenger Gruß aus Bad Aibling, Günter

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