Wohnmobil- und Motorrad-Reiseblog

Schlagwort: Fenster

Fenstertypen, Anordnung und Verwendung

Das Dachprofil

Ich hatte in den vorangegangenen Beiträgen ja schon davon berichtet, dass es bei unserem Movano einige Einschränkungen durch das GFK Hochdach gibt. Ein ausgeprägtes Dachprofil sowie sehr enge und große Quer-Verstrebungen machen es nicht leicht. Auch das Material hat eine ganz andere Stabilität als Blech.

Die Dachhauben

Das wirkt sich natürlich auch auf die Anordnung der Dachhauben aus, eine für uns passende Anordnung der Dachhauben bzgl. des Lichteinfalles im Innenraum war nicht ganz möglich. Die Zwischenräume zwangen uns dazu, etwas vom ursprünglichen Konzept abzuweichen. Hinzu kommt, dass das Dach in Querrichtung einen leichten Bogen beschreibt. Der Einbau schöner breiter Dachhauben war nicht möglich. Trotzdem sind wir mit dem Kompromiss sehr zufrieden.

So kam es nach langer Überlegung und Diskussion zu der Entscheidung zwei Dometic Mini Heki Style Dachhauben für den Lichteinfall von oben zu nehmen.

Dometic Mini Heki Style eingebaut und geöffnet

Für die Lüftung die MaxxFan Belüftungshaube von AIRVA.

Die MaxxFan Lüftungshaube hat den Vorteil, dass sie auch bei Regen geöffnet werden kann und der Ventilator die Luft rein- oder raussaugen kann. die Öffnung ist unterhalb der Haube. Dabei kann die Haube mit einem Elektromotor bewegt werden. Das wird an regnerischen Tagen und entsprechenden Kochorgien dafür sorgen, dass die Luftfeuchtigkeit in Grenzen gehalten werden kann.

Quelle: AIRVA
Hier im eingebauten Zustand
Von unten sieht man die Bedienelemente.
Allerdings gibt es für die Bedienung auch eine Fernbedienung.

Anordnung der Dachhauben

So haben wir uns entschieden den MaxxFan und ein Heki im hinteren Teil zu verbauen (das liegt dann später auf Höhe des Bettes) und ein Heki im vorderen Teil (wo dann später die Küche sein wird.

Und so sieht das Ganze von oben aus.

Die Seitenfenster

Da ich den Einbau schon umfangreich beschrieben habe (http://jukiwuki.com/einbau-seitenfenster), will ich hier nur noch auf den Fenstertyp eingehen. Auch hier haben wir uns für den bekanntesten Hersteller Dometic entschieden. Dometic Seitz S4 (1.000×500 mm). Die Größe wird ja durch die Bauweise des Movano vorgegeben. Wir wollten auf jeden Fall einen maximalen Lichteinfall im Schlafbereich und in der Küche haben. Zum Thema Wohnkonzept wird es noch einen eigenen Beitrag geben.

Warum sonst keine Fenster?

Ansonsten werden wir keine weiteren Fenster mehr einbauen. Weder in der Schiebetür, bzw. auf der gesamten rechten Seite, noch in den Hecktüren. Ich werde die Frage in der Überschrift eigentlich im Beitrag zum Wohnkonzept beantworten. Nur für den Fall, dass an dieser Stelle die Frage aufkommt, warum keine Fenster im Heck oder auf der rechten Seite.

Dachfenster Teil 3

MaxxVan

Damit wir bei schlechtem Wetter und geschlossenen Schiebetür noch eine Luftzirkulation haben, wurde eine Dachhaube mit Lüfter angeschafft. Wir haben uns dann gleich für die teurere Variante entschieden und den MaxxVan gekauft.

Für den Einbau konnte ich das selbe Verfahren, wie bei den einfachen Dachfenstern nutzen. Einen Ausschnitt von 400×400 mm und den entsprechenden Adapter.

Ich musste allerdings einen kräftigeren Holzrahmen für innen bauen. Einmal für die Verstärkung aber auch, weil das Fenster von oben verschraubt wird. Dafür hatte ich dann auch in den Adapter die passenden Löcher vorgebohrt, damit die Schrauben leichter den Weg in den Holzrahmen finden.

Hier sieht man die Löcher, durch die die Schrauben in den darunter liegenden Holzrahmen verschraubt werden.
So sieht es von unten (noch ohne Holzrahmen) aus.
Hier mit montiertem Holz- und Kunststoff-Rahmen

Ich verzichte hier mal auf die Beschreibung der Funktionsweise der Haube. Dazu haben schon sehr viele Kollegen im Netz Beiträge gepostet und Videos abgelegt.

Wir hoffen, dass wir bei nassem Wetter die Feuchtigkeit aus dem Auto und in heißen Nächten etwas kühle Luft in den Wagen saugen können.

Dachfenster Teil 2

einfache Dachhauben

Nachdem ich in Teil 1 über die Herausforderungen zum Einbau von Dachhauben in einem GFK Dach mit starker Struktur geschrieben habe, komme ich hier jetzt zum eigentlichen Einbau.

Die Schablonen aus Polyethylen  waren fertig und passten gut aufs Dach. Zwar hatte ich die Ausfräsungen mit meiner Oberfräse und einer Schablone gemacht, aber die Winkel von 25° hatte ich mit dem Stechbeitel per Handarbeit gemacht. Das führt natürlich zu kleinen Ungenauigkeiten. Die Adapter haben also etwas Spiel, was aber kein Problem sein sollte, da ich ja auch noch Platz für die Klebemasse brauche.

Nun fing die selbe Zitterpartie wieder an, wie bei den Seitenfenster. Die Platzierung ausgewählt und die Schablone zum Anzeichnen genutzt. Noch mal nachgemessen und dann musste das erste Loch gesägt werden. Vier Ecken, vier Löcher und her mit der Stichsäge.

Ging eigentlich ganz gut!

Den Karton, der auf dem Bild zusehen ist hatte ich vorher unter den Ausschnitt geklebt. Dieses GFK entwickelt beim Sägen und Feilen einen nicht ganz ungefährlichen Staub. Damit der sich nicht im ganz Fahrzeug verteilt, hatte ich damit eine Art Auffangwanne. Das hat gut funktioniert, von oben dann gleich mit dem Staubsauger geleert, war das eine saubere Sache.

Auch während des Sägen habe ich versucht möglichst viel von den Spänen gleich abzusaugen.

So sieht es aus, wenn der Adapter „Probeliegen“ macht.

Die Adapter liegen gut auf.

Erstes „Probeliegen“ des Fensters, passt!

Dann habe ich die Flächen mit Petroleum gereinigt und mit DEKAsyl MS 2 einen dicken Strang aufgetragen. Adapter drauf und andrücken, bis das Zeug an den Seiten herausquellt. Noch mit ein „paar“ Klemmen angedrückt und eine Nacht trocknen lassen.

von oben
von unten

Am nächsten Tag konnte ich dann den eigentlichen Einbau vornehmen. Wieder alle Flächen gereinigt und dann DEKAseal 8936 grau in einer dicken Wurst aufgetragen. Das Zeug ist echt zäh, hatte anschließend einen „Tennisarm“. Aber die Anschaffung einer Druckluft-Presse war es mir trotzdem nicht wert.

Fenster vorsichtig auf den Rahmen legen und wieder leicht andrücken, bis das Zeug überall hervorquellt.

So sieht es dann fertig aus.

Damit der Beitrag hier nicht zu lang wird, habe ich über die Fenstertypen, deren Verwendungszweck und Anordnung einen eigenen Beitrag geschrieben.

Hier geht es jetzt weiter mit dem Einbau. Bei diesem Fenster wird von unten ein Kunststoff-Rahmen verbaut. Der wird mit dem Fenster verschraubt und zieht die beiden Hälften zusammen, so das die Dichtmasse noch mal etwas mehr zusammengedrückt wird. Nun brauchen diese Fenster aber eine Mindeststärke, die mein Dach aber nicht hergibt. Man kann zwar die im Fenster sitzenden Gewindebolzen kürzen und damit auch den Abstand, aber ich habe ja das Problem mit den Profilen. Auf den Fotos kann man sehen, dass die innen entsprechend negativ sind. Damit habe ich also innen auch keine gerade Fläche. Allerdings muss ich da ja nichts abdichten, muss mir also nicht noch einen Adapter bauen. Da reicht ein einfacher Holzrahmen, auf dem der untere Fensterrahmen aufliegt.

Leider habe ich kein Foto des Holzrahmens, aber hier kann man das Profil des Daches gut sehen.

Von diesen Fenstern habe ich zwei verbaut. Das dritte hat einen etwas anderen Aufbau und der untere Rahmen wird nicht von unten mit dem oberen Rahmen verschraubt, sondern von oben in den darunter liegenden Holzrahmen.

Dazu aber mehr in Teil 3.

Dachfenster Teil 1

Wir hätten im Dach gerne auch große Fenster gehabt, aber leider lässt das Kunststoff-Dach des Movano das nicht zu. Wie schon erwähnt, bin ich 193 cm groß und brauche für Stehhöhe im Fahrzeug einen H3. Das gibt es beim Movano aber nur mit aufgesetztem GFK Hochdach. Damit ein solches Dach die benötigte Stabilität (Versteifung) hat, werden a. große Querstreben in kurzen Abständen verbaut und b. hat das Dach in Längsrichtung 10mm hohe Rillen.

Von innen

Die Querstreben innen verhindern den Einbau großer Fenster, Zudem hat das Dach eine Biegung und ab ca. 700 mm in der Breite bekomme ich dasselbe Problem, wie beim Einbau des Seitenfenster. Der Abstand an den Seiten wird so groß, dass ich die Fenster nie dicht bekommen würde.

Die Abstände der Streifen liegen bei 145 mm. Schnell war klar, dass bei einem Fenstermaß von 400×400 mm mehrere Rillen zu überbrücken sind.
Fahrzeuge mit Blechdach haben zwar auch ein solches Profil, aber die Erhebungen sind selten höher als 3-4 mm. Diese kann man mit Dichtungsstreifen recht einfach überbrücken.

Dann sah ich ein youtube Video, bei dem der Ausbauer eines Mercedes Sprinter einen Adapterrahmen gekauft hatte, die Erhebungen genau überbrückt und damit für den Fenstereinbau eine glatte Oberfläche bietet. Naja dachte ich mir, wenn es einen Adapter für einen Sprinter gibt, dann sollte es für Movano und Renault Master auch sowas geben.
Gibt es auch, aber nur für die halbhohen (H2) Fahrzeuge mit Blechdach 🙁

Nun denn DIY also fing ich an mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ich einen solchen Rahmen selber bauen muss. In meiner kleinen Schreinerwerkstatt habe ich genügend Geräte, die mir helfen würden. Also erstmal ein Muster aus meinem Lieblingsmaterial Holz hergestellt. Drei Versuche und zwei Wochenende später hatte ich mit Kiefernholz einen Adapter gebaut der passt.

Muster in der Sketchup-Zeichnung

So weit so gut, aber aus Holz konnte der Adapter nicht sein, das Holz würde sich voll Wasser saugen und eine Fläche von ca. 15 mm in der Höhe und auf eine Breite von 400 mm würde ich mit Dichtmasse nie dicht bekommen. Kunststoff muss her, aber welches. Ich habe nur ganz wenige Erfahrung mit diesem Material und kenne auch leider niemanden, der diese hat.
Zum Glück gibt es ja das Internet. Hier bin ich dann auf einen Lieferanten gestoßen, der verschiedene Materialien in Plattenform liefert. Polyethylen 15 mm stark 460×460 mm in schwarz. Das lässt sich ganz gut bearbeiten, kann man fräsen und sägen wie Holz.

Wie es weitergeht, beschreibe ich in einem zweiten Teil, da wird dann auch der Einbau beschrieben.

Einbau Seitenfenster

Wie bereits erwähnt, waren ja die ersten Fenster voreilig zu groß gekauft. Danach wurden dann die immer noch großen, aber (fast) passenden kleineren von Dometic bestellt (1.000 x 500).

Zunächst mussten die kleinen Blechteile weichen, die wohl das Flattern der größeren Blechplatte eindämmen sollen.

Diese sind oben und unten angeschweißt und in der Mitte mit dem Blech verklebt. Also oben und unten mit der Flex abgeschnitten und mit sanfter Gewalt die Klebestellen gelöst.

Nun war der Weg frei, um das Maß der Fenster anzuzeichnen. Da diese Fenster eine minimale Stärke der Wand voraussetzen und das Blech diese auf jeden Fall nicht erfüllt, musste ich Hilfsrahmen aus Holz bauen, die die Wandstärke simulieren. Diese Hilfsrahmen haben im Innenmaß genau das Maß des Ausschnittes. Also konnte ich diese sehr gut als Schablone benutzen. Dabei muss dann nur noch darauf geachtet werden, dass die Seiten oben und unten mit den Querstreben parallel sind. Permanentmarker her und los.

Es kostet einiges an Überwindung das erste Loch zu bohren. Das ist dann endgültig. Ich weiß nicht mehr wie oft ich nachgemessen haben und die Einbauanleitung gelesen habe. Aber dann war es geschehen, in allen vier Ecken waren Löcher für die abgerundeten Ecken.

Ich hatte mit eingebildet, dass eine dünne Flexscheibe am besten geeignet wäre, einen geraden Schnitt zu machen. Stimmt auch eigentlich, was ich nicht bedacht hatte, war der Funkenflug, bzw. der Dreck der damit im Auto entstand. Atemmaske und Schutzbrille ist natürlich Pflicht.

Dann war es getan, die Ecken musste ich dann noch mit der Stichsäge und die Rundungen mit der halbrunden Handfeile nacharbeiten. Blech raus und er spannende Moment des ersten Einsetzens war gekommen …
… passte natürlich nicht. Aus Angst zu knapp geflext. Also mit der Handfeile nachgearbeitet und wieder probiert…
… und wieder nachgearbeitet … eingesetzt … nachgearbeitet…eingesetzt … nachgearbeitet …
PASST!

Unten links im Bild sieht man übrigens die Hilfsrahmen aus Holz stehen
Und so sieht es mit Rahmen aus
So sieht es dann von außen aus

Hier habe ich denn schon die Dichtmasse auf den Fensterrahmen aufgebracht und von innen mit dem Kunststoff-Rahmen angezogen. Damit quetscht man die beiden Hälften zusammen und außen quillt dann sehr schön überall die Dichtmasse raus. Das zeigt an, dass diese überall verteilt ist und damit müsste das Fenster dicht sein. Der nächste Regen wird es zeigen.
Den Ausschnitt für das zweite Fenster habe ich dann gleich mit der Stichsäge ausgeschnitten. Ging auch sehr gut und macht wesentlich weniger Dreck.
Allerdings hatte ich noch einen Denkfehler bei der Planung gemacht. Für mich war immer wichtig, dass das Fenster mit dem Hilfsrahmen zwischen die Verstrebungen passen. Was ich dabei nicht bedacht hatte, war der sehr geringe Abstand zu einer der Längsstreben (also die von oben nach unten laufen). Die Karosserie des Wagen läuft ja nach oben konisch zu und das in einem leichten Bogen.

Hier sieht man die Biegung sehr gut

Diesen Bogen machen auch die Streben mit…
… aber nicht die Fenster! Die sind für eine glatte, gerade Fläche vorgesehen. Beim vorderen Fenster ist rechts und links genug Blech das nachgeben kann und seine Biegung aufgibt.
Beim hinteren Fenster war ich aber ganz nah an der Strebe und die gibt nicht nach. Ich musste also ein gerades Fenster auf eine Biegung aufbringen. Das habe ich aber erst gemerkt, nachdem ich den Ausschnitt gemacht hatte.
Ich habe dann versucht die Oberkante möglichst nah an das Blech zu bekommen und den zwangsläufigen Abstand unten gelassen. Wenn es regnet, dann von oben!
Bis jetzt ist das Fenster auch nach ein paar starken Regen fällen dicht. Wir werden sehen!

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