Diese Woche war ich beim TÜV, um das Gutachten für die Zulassung, bzw. der Umschreibung zum Wohnmobil machen zu lassen. Ehrlich gesagt hatte ich einigem Bammel davor. Hab sowas noch nie gemacht und man ließt einigen Horrorgeschichten im Web, was manche so erleben. Dabei sind die genauen Vorschriften eigentlich kein Problem.

Sehr hilfreich ist diese Seite: https://www.vdtuev.de/news/merkblatt-wohnmobile

Diese Anforderungen hatte ich alle berücksichtigt. Es gibt aber Aussagen zum Thema Sicherheit, zum Beispiel: „Splitterfreies Holz“ oder „leicht entzündliche Materialien“ oder “ Gasflaschen möglichst mittig im Fahrzeug verbauen, damit bei Unfällen diese nicht beschädigt werden“. Es ist schwierig abzuschätzen wie der TÜV reagieren wird, also macht man sich Sorgen.

Wie es ablief

Telefonisch einen Termin vereinbart, dabei bekam ich den Hinweis, dass ich das gelbe Gasheft mitbringen sollte und eine Wiegebescheinigung (vollgetankt und ohne Fahrer). Gelbes Gasheft habe ich ja mittlerweile, aber Wiegebescheinigung? Gut das bei uns gegenüber gleich die Baywa eine Filiale hat und da wir hier sehr ländlich leben, haben die auch eine große Fahrzeugwaage. Die hatte ich auch schon ein paar mal benutzt, um immer wieder mal das Gewicht zu kontrollieren. Für 10 Euro stellen die auch eine entsprechende Bescheinigung aus.

3.060 kg ist ein guter Wert, da fast alles im Bus schon verbaut ist, kann ich noch knapp eine halbe Tonne zuladen

Alles halb so wild…

… wenn da nicht die Drehkonsolen wären. Er bräuchte die Unterlagen zu den Teilen, die ich aber nicht habe (natürlich vergessen da mal nachzuschauen). Dann findet er einen Aufkleber auf den Konsolen, die ein Gutachten vom TÜV Nord erwähnen. „Dann müssen wir da mal anrufen!“ Bevor er nach dem Gutachten schaut, ruft er dort an, findet aber keinen der ihm weiter helfen kann. „Das ist ja ein französischer Hersteller, kann sein das das die französische Tochtergesellschaft gemacht hat, ruft die doch mal an!“ ??????. Also gut dann doch ins Internet, das Gutachten heruntergeladen und ausgedruckt (43 Seiten btw). Dann streikt der Drucker nach 12 Seiten und sein Rechner stürzt ab. (schwitz!) Kollegen gefragt, der dann endlich alles ausdruckt. Nun müssen die passenden Nummern der Testpunkte und deren Bewertung gesucht werden. Zwischendurch immer wieder mal ein „ooh“ oder ein „das ist aber schlecht“ und dann ein „ach nee, das ist ja was anderes“

Nach ca. 20 Minuten dann ein „So jetzt haben wir’s!“ Er steht auf und bittet mich zur Kasse zu gehen, „Der Kollege kassiert Sie ab!“. Also das hielt ich für ein gutes Zeichen, ging zur Kasse, zahlte 207 Euro und dachte ich könne gehen. Gefehlt, er war noch nicht fertig, zwischenzeitlich lief sein PC wieder. Dann druckt er sein TÜV Gutachten aus, gibt mir vier geheftet Seiten und wünscht mir eine gute Fahrt.

Geschafft! Ach ja übrigens den Rest vom Fahrzeug hat er sich nur von außen angesehen, mal in die offene Schiebetür geschaut und sich den Gaskasten zeigen lassen! Mit soll’s recht sein, wir haben unser Gutachten.

Ergänzung vom 05.08.2020

Am 30.07.2020 habe ich dann noch den letzten Schritt durchgeführt, ich war auf der Zulassungsstelle und haben den Movano umschreiben lassen. Jetzt sind wir tatsächlich Wohnmobil, bzw. „SO.KFZ WOHNM.UEB.2,8 T“ so lautet der Eintrag!